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Mein lieber Schatz,
dein letzter Tag ist angebrochen. Das wussten wir vor 2 Jahren um diese Zeit noch nicht, aber ich ahnte, dass unsere gemeinsame Zeit nur noch ganz begrenzt ist. Du konntest nur noch unter Schmerzen und auch nur noch im Sitzen schlafen und das schon seit Tagen. Heute morgen mussten wir ins Krankenhaus, hätten aber wieder nach Hause gedurft. Du wolltest dann auf die Station, weil du Angst hattest, dass du die Nacht nicht überlebst. Du dachtest, dass du im Krankenhaus besser aufgehoben bist und dass sie dir dort besser helfen können. Das stimmt auch, denn als du am nächsten Tag höllische Schmerzen hattest, konnten sie dir immer wieder Morphin geben. Ich konnte nur da stehen und zusehen und dir nicht helfen. Als wir auf Station gegangen sind, war deine Tante bei dir, denn ich holte unsere Sachen. Die Hunde wolltest du noch einmal sehen und ich wollte sie holen, aber wir wussten leider nicht, wann du das Wasser gezogen bekommst. Als es dann so weit war, konntest du nicht mehr nach draußen und so konnte ich dir deinen Wunsch, die Hunde noch einmal zu sehen, nicht mehr erfüllen. Das beschäftigt mich heute noch sehr. Ich hätte dir den Gefallen gerne getan. Dein Papa, deine Schwester, ich, deine Tanten und deine Oma, alle sind ins Krankenhaus gekommen. Sie dachten noch, dass dir dort geholfen wird. Von Abschied nehmen war noch keine Rede. Jetzt sind deine letzten 24 Stunden angebrochen. Es ist unfassbar, wie schnell 2 Jahre vergehen. Es ist, als sei es erst gestern gewesen. Wie haben wir diese 2 Jahre überlebt? Ich weiß es nicht. Manche Tage bekommt man gar nicht so richtig mit, man lebt sie einfach. Mein lieber Schatz, ich vermisse dich so sehr!!! Ich wünschte, du könntest wieder bei uns sein, ich würde alles dafür geben!!! Bis bald!
Deine Mama
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