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Interview mit Jasmin PDF Drucken E-Mail
Wednesday, 29. August 2007

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Artikel aus der Ried-Information External Link vom 29.08.2007

Interview mit Jasmin Badersbach, der Tante von Sabrina, 36 Jahre, Fremdsprachensekretärin, 1 Sohn (4 Jahre). Jasmin Badersbach vertritt die Interessen von Sabrina nach außen und ist in Zusammenarbeit mit der Stefan-Morsch-Stiftung External Link der Mittelpunkt der Aktion „Wir helfen Sabrina“ schlechthin. Tel.: 0151/12707592

Riedinfo: Was machen Sie genau und was ist Ihre Zielsetzung oder was lassen Sie alles auf sich zukommen?
Mein Ziel ist es natürlich, einen geeigneten Stammzellspender für Sabrina zu finden. Durch Gespräche mit der Stefan-Morsch-Stiftung sowie Internet-Recherchen habe ich mir ein Bild davon gemacht, wie ich dieses Ziel bestmöglich erreichen kann. Ich lerne seitdem jeden Tag etwas Neues hinzu und der 16.9., also der Tag der Typisierung, wird hoffentlich sehr erfolgreich verlaufen.

Riedinfo: Wie sehen Sie sich selbst in der Aktion „Wir helfen Sabrina“?
Einer musste „den Stein ins Rollen bringen“ und das bin zufällig ich.

Riedinfo: Ist Ihre persönliche Nähe zu Sabrina von Nutzen oder ein Erschwernis?
Beides zugleich. Ich bin immer genauestens über Sabrina‘s derzeitigen Zustand informiert. Manchmal geht es ihr so schlecht, dass ich fast die Hoffnung verliere, aber dann verdränge ich diesen Gedanken ganz schnell und stürze mich umso mehr in die Vorbereitungen.

Riedinfo: Können Sie ihre Tätigkeit zeitlich definieren und welche Rolle spielen dabei Familie und Beruf?
Glücklicherweise habe ich im Moment gerade Urlaub und kann so fast ausschließlich meine Zeit mit den Vorbereitungen für den 16. September verbringen. Mein Partner unterstützt mich tatkräftig in meinen Bemühungen, wofür ich sehr dankbar bin. Mein kleiner Sohn hat im Moment nicht ganz so viel von der Mama, aber dafür nutzen wir die Zeit, die wir haben, sehr intensiv. Und ohne die vielen Helfer wäre alles gar nicht möglich.

Riedinfo: Wie kommen Sie bei der Bevölkerung und den Geschäften bzw. Unternehmen an und wie schätzen Sie das öffentliche Interesse und die Spendenbereitschaft ein?
Ich bin überwältigt von der Resonanz im privaten- sowie im geschäftlichen Bereich und danke bei dieser Gelegenheit allen hierfür ganz herzlich! In ganz Gernsheim und im gesamten Ried sowie auch in der weiteren Umgebung heißt es plötzlich überall „Wir helfen Sabrina“. Es ist Wahnsinn, wie hilfsbereit alle sind und wie viele Vorschläge und Ideen für Spendenaktionen bei mir eingehen.

Riedinfo: Welche Spenden und Aktionen fallen ihnen ad hoc ein und was raten Sie denjenigen, die sich noch nicht entschlossen haben, an dieser Aktion mitzuwirken?
Auf dem ersten Kontoauszug war eine Spende von 5 Euro. Dies hat mich sehr berührt. Ich bin überzeugt davon, dass diese 5 Euro nicht im Monatsbudget des Spenders enthalten waren, dennoch war der Wunsch da, Sabrina zu helfen. Ich danke dem Spender hierfür ganz herzlich! Und glauben Sie mir: jeder Euro zählt!
Gerade heute erhielt ich einen Anruf von Corinna, der Schwester von Sabrina. Sie möchte mit einigen Freundinnen zusammen nächste Woche in den Schulpausen selbstgebackenen Kuchen verkaufen. Außerdem war Corinna mit ihren Freundinnen zu Fuß und per Inline-Skates im Ried unterwegs und sie haben Spenden für Sabrina gesammelt. Ist das nicht toll? Ich glaube es wird schwer sein jemanden zu finden, der sich noch nicht entschlossen hat an der Aktion mitzuwirken. Wenn alles so weiterläuft wie bisher, dann befürchte ich die Stadthalle könnte am 16.9. zu klein sein (lacht).

Riedinfo: Gibt es eine besondere Begebenheit in Verbindung mit Ihrer Spendenaktion?
Durchaus (schluckt). Durch einen Zufall hat auch die 17jährige Stefanie aus Berlin von unserer Aktion gehört und sich bei mir gemeldet. Ich habe den Kontakt zu Sabrina hergestellt und zwischen Stefanie und Sabrina hat sich in der Zwischenzeit eine gute Freundschaft entwickelt. Auch mir ist Stefanie in dieser kurzen Zeit sehr ans Herz gewachsen: sie ist selbst an Lymphdrüsenkrebs erkrankt und kämpft derzeit im Krankenhaus gegen diese furchtbare Krankheit an. Ich bitte hiermit alle Leser: schließen Sie Stefanie mit in Ihre Gebete ein, damit auch sie bald wieder in ein normales, gesundes Leben zurückkehren kann! Vielen herzlichen Dank hierfür!

Riedinfo: Haben Sie es jemals bereut (wenn auch insgeheim), diese Aktion federführend zu leiten?
Niemals.

Riedinfo: Wie sähe heute, 3 Wochen nach Beginn der Aktion, die Bilanz aus?
Wenn ich diese in Zahlen ausdrücken soll: 12.466,50 Euro sind bis heute auf dem Spendenkonto zu verzeichnen! Und dank der unzähligen Anzahl von Helfern und Aktionen, die bereits gelaufen und noch in Vorbereitung sind, bin ich davon überzeugt, dass die Aktion bereits jetzt ein voller Erfolg ist!

Riedinfo: Woher nehmen Sie diese Disziplin und Energie?
Ich bin selbst Mutter und es wäre für mich absolut unvorstellbar, mein Kind zu verlieren. Deshalb tue ich alles mir mögliche, einen Lebensretter für Sabrina zu finden.

Riedinfo: Hatten Sie schon einmal Versagensängste?
Ich hoffe und bete jeden Tag, dass am 16.9., also am Tag der Typisierung, alles gut läuft. Noch nie zuvor habe ich eine so große Aktion organisiert, natürlich kommen dann hier und da Versagensängste auf. Aber wie ich schon sagte: meines Erachtens ist die Aktion bereits jetzt schon ein voller Erfolg.

Riedinfo: Zum Schluss des Interviews bitten wir um ein kurzes Statement über das Befinden von Sabrina!
Es ist schwer, heute etwas zu sagen, was morgen noch zutreffend ist. Sabrina‘s Befinden ändert sich manchmal stündlich, wenn nicht sogar minütlich. Im Moment ist es nach wie vor so, dass sie starke Schmerzen hat durch die Mundschleimhaut, die sich durch die Chemotherapie ablöst. Dies erschwert ihr auch das Essen sehr. Auch ihre Augen sind nach wie vor durch die Chemotherapie entzündet. Sie schläft sehr viel, weil ihr Körper durch die Behandlung einfach sehr geschwächt ist. Dann wiederum gibt es Momente in denen es ihr etwas besser geht und diese Momente nutzt sie am liebsten mit ihrer Mama am Laptop. Sie schaut sich die Gästebucheinträge auf ihrer Homepage an und ab und zu chattet sie auch mit Freunden. Fast wie ein normaler Teenager. Ich hoffe inständig, dass dieser Alptraum bald ein Ende hat und ein Lebensretter für Sabrina gefunden wird! Ich danke Ihnen allen, auch im Namen von Sabrina und ihrer Mama, ganz herzlich für Ihre Unterstützung! 

Die komplette RiedInfo KW 35 2007 External Link als PDF.