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Die Knochenmarktransplantation PDF Drucken E-Mail
Thursday, 13. December 2007

Heute möchte ich euch ein paar Info's zur Knochenmarkstransplantation geben, die von vielen als eine Operation verstanden wird. Dies ist aber nicht der Fall. Es handelt sich um eine Bluttransfusion.

Wenn man Leukämie bekämpft, dann versucht man, alle Leukämiezellen - im Knochenmark und im übrigen Körper - zu vernichten. Dies geschieht mit Zytostatika (Medikamente) und mit Bestrahlung. Natürlich könnte man so viel Zytostatika nehmen und so viel Bestrahlung bekommen, dass im Körper und besonders im Knochenmark keine Leukämiezellen mehr zu finden sind. Aber das würde auch alle gesunden Knochenmarkzellen umbringen. Die würden dann keine neuen Blutzellen mehr für dich bilden, weder jetzt noch später. Ohne neue Blutzellen aber kann auf die Dauer kein Mensch leben, weil die als Nachschub für verbrauchte nötig sind, damit dein Körper richtig funktionieren kann. Wenn du also so eine starke Behandlung bekämest, dass nachher das Knochenmark ganz leer von Zellen ist, dann müsstest du irgendwoher neue gesunde Knochenmarkzellen bekommen. Genau das wird bei einer Knochenmarktransplantation gemacht. Die Ärzte nehmen dann nämlich Zellen aus dem Knochenmark eines gesunden Menschen - den man "Spender" nennt - und geben sie dir ähnlich wie eine Bluttransfusion durch einen Tropf direkt ins Blut. Die Zellen des Spenders finden dann allein den Weg vom Blut in dein leeres Knochenmark. Da sollen sie anwachsen und neue Blutzellen für dich machen, genau wie früher deine eigenen gesunden Knochenmarkzellen. Das hört sich zunächst ganz einfach an. Beim Spender werden sehr viele Knochenmarkpunktionen gemacht, denn damit bekommt man ja Zellen aus seinem Knochenmark. Der Spender bekommt dafür eine Narkose, weil es so viele Punktionen sind. Du selbst, der "Empfänger", nimmst vorher so starke Zytostatika und erhälst so viel Bestrahlung, dass dein Knochenmark völlig leer wird. Die neuen Knochenmarkzellen bekommst du dann mit einem Tropf ins Blut; ihren Weg zum Knochenmark finden sie ja allein. Aber es gibt auch große Probleme dabei. Erst einmal muss man einen Spender finden, dessen Zellen du überhaupt verträgst. Man sucht ihn zuerst unter deinen Geschwistern oder anderen nahen Verwandten, denn die Zellen von Verwandten sind einander ähnlicher als die von Fremden, und je ähnlicher die neuen Zellen deinen eigenen früheren sind, desto besser verträgst du sie. Ob du sie verträgst, das wird vorher getestet, ob du das Blut auch vertragen wirst, das du bekommen sollst. So wie man nach den "Abzeichen" auf den Erys die Blutgruppe feststellt, so kann man auch die Abzeichen auf Lymphozyten vergleichen. Zwar ist das komplizierter, und die sind auch noch nicht alle bekannt; aber wenn die Abzeichen, die man bestimmen kann, gleich sind auf deinen Lymphos und auf denen von jemand anderem, dann wäre der ein passender Spender für dich. Manchmal findet man keinen passenden Spender. Und selbst wenn ein passender Spender für dich gefunden ist, dann kann es noch sein, dass du die Zellen des Spenders nicht verträgst. Bis die neuen Zellen in deinem Knochenmark richtig angewachsen sind, so lange kannst du dich auch nicht gegen Infektionen wehren. Denn dafür brauchst du Leukos, und die müssen die neuen Zellen erst wieder herstellen. Deshalb musst du während dieser Zeit mehr oder weniger streng abgeschirmt werden ,damit du vor solchen Infektionen bewahrt wirst, die dich sehr krank machen würden. Es ist also wirklich nicht einfach, bei jemandem kranke Knochenmarkzellen durch gesunde zu ersetzen. Wenn alles gut verläuft, muss man für eine solche Knochenmarktransplantation heute etwa 2-3 Monate im Krankenhaus bleiben. Deshalb wird zur Zeit eine Knochenmarktransplantation nur in ganz bestimmten Fällen gemacht. Sie kann zum Beispiel dann nötig werden, wenn schon einmal ein Rezidiv (Rückfall) aufgetreten war. Und dies ist bei Sabrina leider der Fall ……